Prekäre Welten

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Spekulative Literatur

Neuerscheinungen Februar 2025, Teil 2 – Rundschau

Noch vier Bücher sind mir als Neuerscheinungen im Februar 2025 aufgefallen

Es werden schöne Tage kommen von Zach Williams. Das Buchdebut des US-amerikanischen Schriftstellers versammelt Erzählungen, die man am Besten als Weird Fiction bezeichnen könnte. Bislang hat Zach Williams in Tageszeitungen und Magazinen publiziert. Das Buch erschien im Juni 2024 als „Beautiful Days“ in Originalsprache und erscheint nun bei DTV in Deutscher Sprache.

María Ospina Pizanos Roman Für kurze Zeit nur hier erzählt die Welt aus Sicht der Natur. Die Autorin ist derzeit Professorin für lateinamerikanische Literatur an der Universität von Weslean in Connecticut. Das Buch der kolumbianischen Schriftstellerin erschien 2023 als „Solo un poco aqui“ und wurde mit national mehrfach ausgezeichnet. In deutscher Sprache erscheint das Buch beim Unionsverlag.

Das Unbehagen ist der zweite Roman des österreichischen Dramatikers Thomas Arzt. Sein Buch erscheint im Residenz Verlag und erzählt von einer Reise unter die dünne Haut der Kultur in eine überwältigende Natur.

Die österreichische Autorin Olga Flor hat wieder einen Roman vorgelegt, diesmal eine Dystopie mit dem Titel Ein kurzes Buch zum fröhlichen Untergang. Es wird Ende Februar im Verlag Jung und Jung erscheinen.


02/2025
Zach Williams
Es werden
schöne Tage kommen

Ein Paar wacht in einer Ferienhütte im Wald auf und stellt fest, dass es in der ewig gleichen Idylle gefangen ist. Doch anders als sie selbst scheint ihr kleiner Sohn nicht zu altern. Ein Mann findet seine ältere Nachbarin tot in deren Wohnung vor und beginnt eine aberwitzige Verfolgungsjagd. Ein anderer willigt ein, mit einer Frau zu schlafen, während ihr Freund aus dem Schrank zusieht, und kommt dem seltsamen Geheimnis des Paars auf die Schliche. Als wären sie dem kollektiven Albtraum unserer Zeit entsprungen, oszillieren die Geschichten in diesem Band zwischen dem Profanen und Bizarren, dem Vertrauten und Verstörenden. Zach Williams erzählt vom Grauen der Begegnung mit dem ganz und gar Unbekannten – und zeigt, dass wir unsere Wirklichkeit letztlich nur bewohnen wie ein Puppenhaus. (Klappentext)


02/2025
Maria Ospina Pizano
Für kurze Zeit nur hier

Unbemerkt von den Büromenschen hinter den Fenstern umkreisen tausende Zugvögel das trügerische Licht des Wolkenkratzers in Manhattan. Ein Scharlachkardinal löst sich aus der erbarmungslosen Falle, zieht gen Süden über die Wunden hinweg, die der Mensch in die Erde geschlagen hat, Plantagen, Mauern, Gefängnisse. In einer Küche weit unter ihm wird ein Käferweibchen mit dem ersehnten Mangold verpackt und weckt hunderte Kilometer weiter Erinnerungen, während in den lauten Straßen Bogotás zwei Hündinnen vor dem Alleinsein flüchten. Zahllose Wesen fliegen, kuscheln, kriechen, knurren und werden im Verborgenen Zeuge menschlicher Krisen und Hoffnungen. Aus einzigartiger Perspektive lässt uns María Ospina Pizano den amerikanischen Kontinent als zusammenhängenden Organismus begreifen. (Klappentext)


02/2025
Thomas Arzt
Unbehagen

Ein diffuses Unbehagen ist es, das den Lehrer Lorenz Urbach mehr und mehr befällt, eine politische Unzufriedenheit, eine Überforderung, ein Überdruss. Plötzlich bricht eine ungekannte Aggression aus ihm heraus, er gerät in eine Schlägerei und verliert den Boden unter den Füßen. Als Berichte über ein blutrünstiges Tier auftauchen, das in den Alpen sein Unwesen zu treiben scheint, werden in Lorenz alte Erinnerungen wach. Die Medien spekulieren – ist es ein Wolf? Oder vielleicht doch ein Mensch? – und Lorenz denkt an seine Jugendfreundin Theresa, die Außenseiterin, die Aussteigerin, die immer schon Gewaltbereite … Er bricht zu einer einsamen Wanderung in die Berge auf, setzt sich den Naturgewalten aus – auf der Suche nach dem „Ungeheuer“ da draußen und dem Ursprung der Gewalt in sich. (Klappentext)


02/2025
Olga Flor
Ein kurzes Buch zum
fröhlichen Untergang

Was hilft, wenn nichts mehr hilft: vom Überleben in glücksfernen Zeiten. Da ist die Erdachse doch plötzlich gekippt. Geschunden von der Gier der Menschen, ist der Planet in Schieflage geraten und rollt nun unschön vor sich hin. An den Stränden, an denen man einst versonnen spazierte, findet man heute die »Bremsspuren einer an die Wand gefahrenen Zivilisation« im Sand. Armanda weiß, es ist Zeit, sich auf den Weg zu machen, das Notwendigste in einen Rucksack zu packen. Rastlos folgt sie den gerade noch bewohnbaren Zonen um die Erde. Sie ist auf der Suche nach ihrer Tochter, von der sie rätselhafte Nachrichten erhält. Ist Nora in Gefahr? Die Aussicht auf ein Wiedersehen lässt Armanda allen Widrigkeiten zum Trotz durchhalten, in einer Welt, in der Hoffnungsschimmer sich meist als Fata Morgana entpuppen.Unserer Gegenwart begegnet Olga Flor mit bösem Witz und analytischer Schärfe. Und sie zeigt eindrucksvoll, was selbst aus den schlimmsten Verheerungen, so oder so, hervorgeht: neuer Mut und neues Leben. Ein wehrhaf­ter Reiseführer, ein Roman für alle, die die Zukunft fürchten und doch die Hoffnung nicht aufgeben wollen: ein kurzes Buch zum fröhlichen Untergang.



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